Third Wave Coffee

Um die Third Wave Coffee Bewegung besser zu verstehen, werfen wir einen kurzen Blick zurück auf die First und Second Wave Bewegung. Zum First Wave Coffee Movement zählt man die Jahre zwischen 1930 und den Anfang der 60er Jahre. In dieser Zeit wurde der Kaffee ein Alltagsprodukt. Durch die Entwicklung der Vakuumverpackung konnte man nun Kaffee als Massenware anbieten und in den Supermarktketten und Kaufhäusern weltweit verkaufen. Denn nun war es möglich Kaffee zu verschiffen und länger zu lagern. Die Kaffeequalität war allerdings eher nebensächlich. Was zählte, war der Massenhandel und preiswerte Angebote. Auf diese Weise wurde Kaffee in die Wohnzimmer und an die Arbeitsplätze der Menschen gebracht.
In den 60er Jahren bis Anfang der 90er entwickelten sich Gegenstimmen unter den Kaffeeröstern und Farmern, die es nicht mehr länger tolerieren konnten und wollten, dass man dem Kaffee seine Qualität aberkannt hatte und ihn nur noch als Massenware produzierte. So fing man an, qualitativ hochwertigere Kaffees anzubauen und entwickelte unabhängig von den großen Firmen eigene Nischen. Unter dem Begriff des sogenannten Specialty Coffee gewann Kaffee die Herzen der Kaffeeliebhaber zurück, die Wert auf Geschmack legten. Diese Ära bezeichnet man als Second Wave. Aus ihr entstanden damals Ketten wie Starbucks oder Costa Coffee.
Seit dem Beginn der 90er Jahre befinden wir uns nun in der sogenannten Third Wave Kaffeebewegung. Diese dritte Welle hat den Anspruch Specialty Coffee weiterentwickelt und sieht im Kaffee ein Kulturgut und Genussmittel, das gleichzusetzen ist mit Wein. Für die Anhänger der Dritten Welle ist Kaffee schon lange keine Massenware mehr, sondern ein einzigartiges Produkt, dass sich durch spezielle Anbau-, Verarbeitungs- und Rösttechniken geschmacklich immer weiter entwickeln lässt. Darüber hinaus spielen Transparenz und Fairness im Kaffeeanbau eine zentrale Rolle. Vielen Konsumenten ist nicht mehr nur die Qualität sehr wichtig, sondern auch die Rückverfolgbarkeit der Bohnen bis hin zur Kaffeefarm und die faire Entlohnung der Kaffeeproduzenten.