Unterschied zwischen Filterkaffee und Espresso

Es beginnt mit der Röstung

Vorweg muss eins festgehalten werden: egal ob nun Filterkaffee oder Espresso, es beginnt alles mit der grünen Bohne der Kaffeepflanze. Erst unterschiedliche Röstprofile entscheiden, ob der Kaffee als Espresso oder Filterkaffee in der Tasse landet.

Bohnen, die für Filterkaffee Verwendung finden sollen, werden im Gegensatz zu Espressobohnen weniger dunkel geröstet. Diese Eigenschaft kann mit einer kürzeren Röstzeiten oder geringeren Rösttemperaturen erreicht werden. Dabei achten unserer Röstmeister darauf, dass die eignen Geschmackseigenschaften einer Kaffeebohne hervorgehoben und betont werden, sodass sich ein klares, meist fruchtig blumiges Geschmacksprofil entwickelt.  

Bei einer Espressoröstung werden die Bohnen tendenziell länger geröstet, wodurch sie sich optisch von Filter Röstungen durch eine dunklere Farbe unterscheiden. Die Bohnen enthalten in der Regel weniger Säuren, da diese im Röstprozess abgebaut werden. Geschmacklich kommen bei der Espressoröstung eher süße Komponenten einer Bohne zum Vorschein, mit einem kräftigen voluminösen Körper.

Es gibt jedoch kein universelles ‘Röstrezept’ für Filterkaffees oder Espressi. Röstdauer und Rösttemperatur werden von unseren Röstmeister individuell an die Kaffeebohnen angepasst. Die Varietät der Bohnen, Anbauregion und Verarbeitungsprozesse spielen beim Entwickeln des Röstprofils eine große Rolle.

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Unterschiede in der Zubereitung

Nicht nur das Röstprofil unterscheidet den Espresso vom Filterkaffee, auch die Art der Zubereitung ist ausschlaggebend.

Der Hauptunterschied liegt dabei in dem Vorgehen, wie Aromen und Geschmacksstoffe aus dem Kaffeepulver extrahiert werden. Für einen Espresso benötigt es neben Wasser, einer kurzen Extraktionszeit und möglichst fein gemahlenem Kaffeepulver eine ganze Menge Druck.

Hier einige Eckdaten, die einen perfekten Espresso ausmachen: Mit einem Druck von mindestens 9 bar werden in relativ kurzer Zeit, nämlich innerhalb von 25-30 Sekunden, 25-30 ml Wasser durch ca. 7-9 Gramm Kaffeepulver gepresst. Das Wasser muss dabei möglichst eine konstante Temperatur um die 92° Celsius aufweisen. Wie man schon merkt, es kommt auf viele verschiedene Parameter an, um einen perfekten Espresso herzustellen.

Wenn das Kaffeepulver sehr fein gemahlen ist und der Wasserdruck und die Wassertemperatur der Brühstation gleichmäßig, entsteht auf dem Espresso eine dichte, cremige, haselnussbraune Schaumschicht, die man Crema nennt. Je nach Kaffeeröstung, Varietät und Aufbereitungsart hält sich die Crema mehr oder weniger lange in der Tasse. Sie trägt ebenfalls aromatische Geschmacksstoffe in sich, welche entscheidend für einen vollkommenen und geschmacklich runden Gesamteindruck eines Espresso sind.

Im Gegensatz zum Espresso wird bei der Zubereitung von Filterkaffee kein Druck benötigt, jedoch ist die Kontaktzeit des Kaffeepulvers mit dem Wasser erheblich länger als bei einem Espresso. Das Kaffeepulver wird gröber gemahlen als beim Espresso. (siehe auch Mahlgrad).

Das frisch gemahlene Kaffeepulver wird im Papierfilter einheitlich mit einem Wasserstrahl benetzt und nach und nach innerhalb von 3 bis 5 Minuten mit Wasser aufgegossen. So entsteht eine gleichmäßige Extraktion der Aromen und Geschmacksstoffe.

Eine Tasse Filterkaffee enthält im Gegensatz zu einem Espresso übrigens mehr Koffein. Zum einen, weil mehr Kaffeepulver für eine Tasse genutzt wird und zum anderen wird aufgrund der längeren Wasserkontaktzeit mehr Koffein aus dem Kaffeepulver gelöst.

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